26.01.2012 | Aktuell, Stuttgarter Kickers
Peter Sprung: So eine Chance bekomme ich nie wieder
Peter Sprung ist erst seit wenigen Tagen bei den Kickers - fühlt sich aber schon pudelwohl. Der 32-jährige Stürmer ist die langersehnte Offensiv-Verstärkung, nach der die Blauen so intensiv gesucht haben. Sprung spricht im Interview mit Kick-S über die hektischen Tage vor der Verpflichtung, seine Ambitionen und das große Ziel Aufstieg in die 3. Liga.

- Stürmer mit augeprägtem Torriecher: Peter Sprung
Kick-S: Herzlich willkommen bei den Kickers, Herr Sprung. Wie ist Ihr erster Eindruck vom Team, wie wurden Sie aufgenommen?
Peter Sprung: Ich wurde bisher sehr gut aufgenommen, auch wenn natürlich alles noch recht frisch ist, schließlich kennen wir uns noch nicht allzu lange. Die Jungs kommen auf mich zu und beziehen mich mit ein, vermitteln mir ein gutes Gefühl. Die Mannschaft ist ziemlich jung, der Enzo ist mit 28 Jahren der Älteste, da mach ich natürlich den Schnitt etwas kaputt (lacht). Ich fühle mich aber schon pudelwohl. Es passt - und wird bestimmt noch besser werden.
Die Jungs kommen auf mich zu und beziehen mich mit ein, vermitteln mir ein gutes Gefühl.
Peter Sprung
Kick-S: Beim Testspiel gegen Herrenberg wurden Sie mit einer Gastspielerlaubnis eingesetzt – fühlten Sie sich in der Mannschaft gleich akzeptiert, hat es mit den Mitspielern geklappt?
Peter Sprung: Das hat in der Tat überraschend gut funktioniert, auch wenn es nur ein Kurzeinsatz war. Ich wurde oft gesucht und gut eingebunden, die Mannschaft wollte mich integrieren. Das ist nicht unbedingt üblich, ich habe das auch schon anders erlebt. Doch selbst nach meiner vergebenen Riesenchance, als ich das leere Tor nicht getroffen habe, kamen sie gleich zu mir und haben mich aufgebaut. Es war ein vielversprechender Start.
Kick-S: Die letzten Tage waren bestimmt aufregend. Erzählen Sie mal…
Peter Sprung: Ja, das stimmt. Der Kontakt war natürlich schon länger da, aber ab Freitag wurde es dann wirklich konkret. Wir haben einige Male hin und her telefoniert und schließlich sollte ich am Freitagabend nach Stuttgart kommen. Ich habe dann mit meinem Arbeitgeber alles geregelt und ihm gesagt, ich sei erst mal weg (grinst). Aber das war schon okay, denn er ist ein lockerer Typ, hat meinen Wunsch verstanden und kam mir wirklich sehr entgegen. (Sprung wurde von seinem Arbeitgeber für ein Jahr freigestellt, Anm. d. Red.) Samstag und Sonntag war ich dann hier und am Montag bin ich nochmal zurück, um letzte Details zu klären. Am Dienstag habe ich dann den Vertrag bei den Kickers unterschrieben.

- Peter Sprung will bei den Kickers Gas geben.
Kick-S: Sie werden aber nicht von Aschaffenburg nach Stuttgart pendeln, oder?
Peter Sprung: Nein, natürlich nicht, das würde auch keinen Sinn machen. Ich will mich voll auf den Sport und die Kickers konzentrieren, werde mir eine Wohnung suchen und hierher ziehen.
Kick-S: Konnten Sie sich schon einen Eindruck von den Bedingungen und dem Umfeld bei den Blauen machen?
Peter Sprung: Ja, die Gelegenheit konnte ich schon wahrnehmen. Die Bedingungen sind natürlich etwas ganz anderes als in Alzenau. Das kann man eigentlich nicht vergleichen, es ist eine andere Welt. Auch das Teambuilding hier im Kleinwalsertal ist klasse, dann das Medieninteresse, dazu noch ein Trainingslager in der Türkei, das ist alles schon ziemlich beeindruckend.
Kick-S: Wie liefen die Gespräche mit den Verantwortlichen, speziell Trainer Dirk Schuster und Guido Buchwald?
Peter Sprung: Beide haben mir vermittelt, dass sie mich unbedingt haben wollten. Herr Buchwald hat immer wieder angerufen und über den neuesten Stand informiert, sich wirklich intensiv um mich gekümmert. Dirk Schuster hat viel mit mir gesprochen und mir auch gesagt, was er von mir erwartet. Die Kickers haben sich auch bei meinem alten Trainer über mich informiert, wollten sicher gehen, dass ich vom Charakter gut in die Mannschaft und zum Verein passe. Ingesamt verlief alles sehr positiv und so fiel mir die Entscheidung für den Wechsel leicht.
Für so einen Verein und vor diesen Fans zu spielen, dazu die Möglichkeit, vielleicht bald in der dritten Liga spielen zu können – ich bin 32, so eine Chance bekomme ich nie wieder. Ich musste mich so entscheiden!
Peter Sprung
Kick-S: Man konnte den Eindruck gewinnen, dass es bei Bayern Alzenau zuletzt so richtig drunter und drüber ging und Sie deshalb den Transfer angestrebt haben. Trifft das zu? Oder waren die Vorkommnisse nicht relevant für den Wechsel?
Peter Sprung: Nein, das kann man so nicht sagen. Ich spiele Fußball, alles andere interessiert mich nicht. Für mich stand klar die sportliche Perspektive im Vordergrund. Die ist hier hervorragend und dazu kommt, dass die Stuttgarter Kickers ein Traditionsverein sind, was natürlich auch einen unheimlichen Reiz ausübt. Für so einen Verein und vor diesen Fans zu spielen, dazu die Möglichkeit, vielleicht bald in der dritten Liga spielen zu können – ich bin 32, so eine Chance bekomme ich nie wieder. Ich musste mich so entscheiden!
Kick-S: Sie wollen laut Ihrer eigenen Aussage noch einmal so richtig angreifen. Gibt es konkrete Ziele, die Sie sich für die Rückrunde vorgenommen haben?
Peter Sprung: Als Stürmer will ich natürlich meine Tore machen, das ist schließlich meine Aufgabe. Aber in erster Linie will ich der Mannschaft helfen und meine Qualitäten einbringen. Wir haben ein großes Ziel, welches wir gemeinsam erreichen wollen. Dafür arbeiten wir alle hart und auch ich werde natürlich Gas geben und versuchen, so viele Tore wie möglich zu schießen.

- Sprung(li.) im Duell mit Simon Köpf beim Treppenlauf im Skisprungstadion in Oberstdorf.
Kick-S: Haben Sie, bezogen auf die Position, irgendwelche Vorlieben? Sind Sie eher der Stoßstürmer in vorderster Front oder spielen Sie lieber als hängende Spitze?
Peter Sprung: Nein, das ist mir eigentlich egal und sowieso Sache des Trainers. Er entscheidet wie er mich einsetzt. Ich gebe immer alles und bin ein Typ, der sich richtig in ein Spiel „reinbeißen“ kann. Irgendwann bekommst du als Stürmer deine Chancen. Und dann musst du natürlich locker bleiben und die Dinger einfach machen. Mit meiner Hinrunde in Alzenau war ich eigentlich zufrieden, da hat das ganz gut geklappt. Die Kickers spielen offensiver als Alzenau, das kommt mir als Offensivspieler natürlich entgegen. Ich bin sicher, dass ich meine Möglichkeiten bekommen werde und auch meine Mitspieler in Position bringen kann, um vielleicht das eine oder andere Tor für sie aufzulegen.
Kick-S: Welche Rückennummer haben sie bekommen?
Peter Sprung: Die Acht.
Kick-S: Ihre Wunschnummer?
Peter Sprung: Nein, das ist mir nicht wichtig. Die war einfach frei.

