26.01.2012 | Aktuell, Stuttgarter Kickers
Stuttgarter Kickers: Der Geist von Mittelberg
Die Stuttgarter Kickers haben sich für drei Tage ins österreichische Kleinwalstertal zurückgezogen. Das „Teambuilding“ steht im Vordergrund. Ähnlich wie die 54er-Weltmeister, die der „Geist von Spiez“ bis zum Titel getragen hat, erhoffen sich die Blauen von dieser Maßnahme den entscheidenden Vorsprung im Aufstiegsrennen.
„Der Geist von Mittelberg“ – wird er der entscheidende Vorteil der Kickers im Titelrennen? 13 harte Spiele erwarten die Bauen noch im Endspurt um den Aufstieg in die 3. Liga. Es soll endlich „rauf gehen“ – und aus diesem Grund haben sich das Trainerteam und die Mannschaft ins österreichische Kleinwalsertal zurückgezogen, um am Mannschaftsgeist zu arbeiten. „Teambuilding“ lautet das Motto in Mittelberg - ein Schlagwort des modernen Sports. Man will sich damit von angestaubten Kameradschaftsabenden früherer Jahrzehnte abheben, bei denen meist viel Alkohol floss. Doch was versteht man heutzutage unter Teambuilding?
Treffen mit einem Weltmeister

- Gruppenbild mit Weltmeister Frenzel vor der Schattenbergschanze
Während sich die Spieler Oberstdorf von oben anschauen durften, haben unten die Trainer kräftig gearbeitet. Schaufel und Besen waren die Arbeitsgeräte von Dirk Schuster und Alexander Malchow. Damit haben sie einen Teil der Treppe vom Stadiongrund zum Trainerturm von der 20 Zentimeter dicken Neuschneedecke befreit. Denn die Gaudi sollte durchaus auch mit ein wenig Anstrengung verbunden werden. Drei Durchgänge eines Treppensprint-Wettbewerbs wurden absolviert. Das Team um Enzo Marchese wies hierbei die von Marco Grüttner angeführte Truppe klar in die Schranken. Danach gab es noch einen Fototermin vor der Schanze mit einem echten Weltmeister. Kombinierer Eric Frenzel schaute für ein paar Minuten vorbei.

- Ivanusa und Türpitz beim Treppenlauf.
Nach einem gemeinsamen Mittagessen und dem Bezug der Hütte im Kleinwalsertal war für die Mannschaft dann ein Lauf angesetzt, während sich Dirk Schuster, Jens Zimmermann, der verletzte Kapitän Simon Köpf und die versammelte Journaille in die Höhe begaben, genauer gesagt zur Bergstation der Kanzelwandbahn. Dort stellten die Kickers mit Unterstützung von Kleinwalsertal Tourismus den neuen Partner Lebensfeuer vor. Mit der so genannten Herzratenvariabilitätsmessung soll eine noch bessere individuelle Trainingssteuerung möglich sein. Zum diesem Thema wird Kick-S in der kommenden Woche noch ausführlicher berichten. Die Boulevardpresse nutzte den Termin zudem zu einem Gipfelinterview mit Dirk Schuster, während Simon Köpf draußen in klirrender Kälte für RegioTV vor der Kamera stand.
Fernunterstützung half deutschen Handballern nicht
Wieder zurück im Tal wechselten die Kickers und die Journalisten kurzerhand die Sportart. Fast alle wurden für etwas mehr als eine Stunde zu enthusiastischen Handballfans und versuchten, die deutsche Nationalmannschaft am Fernseher im entscheidenden EM-Zwischenrundenspiel gegen Polen zu unterstützen. Genutzt hat die Fernunterstützung bekanntlich nicht. Der Stimmung beim anschließenden gemeinsamen Abendessen mit Walsertaler Spezialitäten tat dies dennoch keinen Abbruch. Selbst die gemeinsamen Mahlzeiten auf der Hütte sind übrigens Teil des Teambuildings. Jeder muss einmal mit ein paar Teamkameraden das gemeinsame Essen vorbereiten und anschließend wieder sauber machen.
Zum Abschluss eines langen Tages ging es dann noch einmal zurück nach Oberstdorf. In der dortigen Eishalle wurde in ausgelosten Zweierteams ein Wettbewerb in der Trendsportart Biathskate veranstaltet. Ein Biathlonwettbewerb mit Infrarotgewehren auf Schlittschuhen im relativ engen Eisoval. Eine Gaudi für alle, vor allem für die, die zuschauen konnten, wie sich einige Teamkameraden, die noch nie zuvor auf Schlittschuhen gestanden hatten, abmühten. Die „Goldmedaille“ holte sich das Duo Nico Plattek und Neuzugang Peter Sprung, der bewies, nicht nur auf dem Rasen treffsicher zu sein. Auf einem respektablen 8.Platz landeten übrigens Busfahrer Willi Mast und Zeugwart Dieter Kerschbaum.

- Die Gemsenhütte wurde "eingenommen".
Dieser eine Tag kann natürlich nur einen kleinen Einblick in das Teambuilding der Kickers geben. Die Maßnahmen der kommenden zwei Tage sind jedoch ähnlich gestrickt. Laufeinheiten wechseln sich mit Freizeitaktivitäten ab, so geht es heute zum Beispiel zum Skilaufen oder, für die nicht ganz so mutigen, in die Loipe, während in der Gemsenhütte ein großes Tischtennisturnier steigt. Aber natürlich dienen nicht nur diese Events einer besseren Kameradschaft. Allein die Unterbringung in einer Hütte, in der immer drei Spieler ein Zimmer teilen müssen ist schon eine große und wichtige Maßnahme.
Heute Abend soll Nick Fennell noch zur Truppe stoßen, der gegen 14 Uhr von seiner Auswahlreise für die amerikanische Olympiaauswahl am Stuttgarter Flughafen zurück erwartet wird. Fabian Gerster, der wegen ein Zerrung ebenso wie Ali Pala die Reise nach Österreich nicht mit antrat, wird in der kommenden Woche wieder ins Training einsteigen. Am morgigen Freitag geht es dann zurück nach Stuttgart und die Mannschaft bekommt volle vier Tage frei. Schuster setzt diesen Break in der Vorbereitung bewusst, damit seine Jungs den „Kopf frei bekommen“. Nächste Woche steigt die Mannschaft dann wieder voll ins Training ein und es gibt nur noch ein Ziel: Den Auftaktsieg am 03. März gegen Bayern Alzenau.




