02.04.2012 | Aktuell, VfB Stuttgart II
VfB Stuttgart II: Gelungener Befreiungsschlag
Ganz schön bedrohlich war die Lage für den VfB Stuttgart II vor dem gestrigen Spiel gegen den FC Carl Zeiss Jena – doch dank einen souveränen 3:0-Erfolg ist der Truppe von Jürgen Kramny ein Befreiungsschlag gelungen. Kapitän Tobias Rathgeb sieht in den Fans einen wichtigen Erfolgsfaktor. Wir verlosen sein unterschriebenes "Matchworn"-Trikot auf unserer Facebook-Seite.

- Torjubel nach Janzers 2:0.Bild: vfb-exklusiv.de
Benyamina legt nach
Stuttgart erwischte einen guten Start in die Partie und macht von Beginn an klar, wer auf dem Platz das Sagen hatte. Schon nach sieben Minuten gelang Benyamina der Führungstreffer für den VfB II. Kapitän Tobias Rathgeb brachte einen seiner gefürchteten Freistöße von der linken Seite nach innen, Benyamina setzte sich im Luftkampf durch und netzte per Kopf ein. Dem Stürmer gelang damit das zweite Tor in Folge, denn schon letzte Woche war er in Oberhausen erfolgreich. Ein großer Jubel blieb indes aus – Benyamina hatte einst auch für Jena die Kickstiefel geschnürt und verzichtete darauf, seinen Gefühlen freien Lauf zu lassen. „Es tut schon weh, Jena so weit unten drin zu sehen. Für uns war der Sieg jedoch ganz wichtig. Wir wollten heute alles reinhauen – und das haben wir getan. Ich bin stolz auf die Jungs“, diktierte er den Reportern nach dem Spiel in die Notizblöcke.
Mich freut der Sieg sehr, weil er ein Erfolg der ganzen Mannschaft ist. Alle zusammen haben sich der Situation gestellt und es gemeinsam umgebogen. Stögers Treffer war das Sahnehäubchen.
Marc Kienle
Der „Start nach Maß“ beflügelte die jungen Schwaben. Stuttgart steigerte sich minütlich und ließ Jena nicht zur Entfaltung kommen. Zwar hatten auch die Gäste aus Jena eine Offensivaktion in der Anfangsphase, den Freistoß von Josip Landeka parierte André Weiß im Tor des VfB aber sicher (9.). Jürgen Kramny hatte seiner Truppe wie gewohnt ein 4-5-1-System verordnet und Stuttgart zeigte sich sehr spielfreudig, suchte immer wieder den direkten Weg zum Tor der Gäste. Nach 17. Minuten eine Schrecksekunde für Jena. Raphael Holzhauser prallte mit Boskovic zusammen – der Mittelfeldspieler der Gäste musste mit einer Knieverletzung vom Feld. Kurz darauf war es wieder Rathgeb, der einen scharfen Freistoß in den Strafraum der Gäste schlug, doch Antonio Rüdigers Kopfball war ungefährlich. Nur 60 Sekunden später wiederholte sich die Situation. Wieder kam eine Fackel von Rathgeb in den Strafraum, wieder kam ein Stuttgarter Spieler frei zum Kopfball. Doch Manuel Janzer machte es besser als sein Kollege Rüdiger und drückte den Ball per Kopf zur 2:0-Führung in die Maschen (20.). Danach verflachte die Begegnung ein wenig. Stuttgart wollte, Jena konnte nicht mehr tun und so ging es mit der beruhigenden Führung in die Pause.
Das Zuschauerinteresse war super heute, das brauchen die Jungs auch. Wir hoffen das bleibt so.
Jürgen Kramny
Stuttgart lauert auf Konter, Jena völlig harmlos
Nach Wiederanpfiff sahen die 1500 Zuschauer im Gazi-Stadion auf der Waldau zunächst wenig. Das lag vor allem daran, dass Kramny seiner Elf eine abwartende Kontertaktik verordnet hatte. Jena hatte in dieser Phase zwar mehr Ballbesitz, zeigte sich aber nach vorn weiterhin völlig hilf- und harmlos. Stuttgart zeigte sich sehr konzentriert in der Defensive und ließ nichts anbrennen. Das Innenverteidiger-Duo Antonio Rüdiger und Thomas Geyer war jederzeit Herr der Lage, Hertner und Vecchione machten über die Außen viel Dampf nach vorne und kurbelten das Spiel der Schwaben an. Mitte des zweiten Durchgangs lenkte Jenas Schlussmann Tino Berbig nach einem schönen Angriff einen Schuss von Raphael Holzhauser gerade noch mit den Fingerspitzen zum Eckball. Im Gegenzug die einzig gefährliche Situation der Gäste, als ein Schuss von Nils Pichinot abgefälschte wurde und knapp neben den Pfosten ging. Als die Partie in die Schlussphase ging, sahen die Zuschauer noch ein echtes Highlight: Holzhauser spielte über links Alex Riemann frei, der schlug eine Flanke überlegt auf den am langen Pfosten lauernden Kevin Stöger und der österreichische Juniorennationalspieler legte sich quer in die Luft und versenkte das Spielgerät per wunderschönem Seitfallzieher in den Maschen zum 3:0 (81.). Damit war das Spiel endgültig gelaufen und die Stuttgarter konnten nach Abpfiff mit ihren Fans den Erfolg gelöst mit einer „Humba“ feiern.

- Rani Khedira im Zweikampf.Bild: vfb-exklusiv.de
Kramny sieht Befreiungsschlag, Rathgeb dankt den Fans und verschenkt Trikot
Stuttgart steht nun mit 39 Punkten auf dem 12. Tabellenplatz in der 3. Liga und kann gegen Babelsberg 03 und Werder Bremen II den Klassenverbleib endgültig sichern. Stuttgarts Coach Jürgen Kramny zeigte sich zufrieden: „Es war zu Beginn ein Abstasten, doch dann haben wir uns gesteigert und verdient die Tore gemacht. Jena war über die gesamte Spielzeit aus dem Spie heraus nicht gefährlich. Gegen Ende macht Kevin mit seinem Traumtor den Sack zu. Es war der Befreiungsschlag zur richtigen Zeit.“ Stuttgarts Kapitän Tobias Rathgeb dankte nach dem Spiel insbesondere den diesmal zahlreichen VfB-Fans: „Für uns ist die Unterstützung der Fans sehr wichtig. Heute hat man gesehen, wie sehr sie uns helfen können. Über die gesamte Spielzeit haben sie uns unglaublich gut angefeuert und damit einen großen Teil zu unserer Leistung beigetragen. Wir haben heute endlich wieder die Balance zwischen Disziplin und Spielfreude gefunden. Aus dem Spiel heraus haben wir überhaupt nichts zugelassen und zur richtigen Zeit die Tore gemacht. Heute hat – trotz der Drucksituation, in der wir waren – viel gepasst. Das ist auch ein Lernprozess für die Truppe. So wollen wir jetzt weitermachen.“ Nach dem Spiel überreichte er Kick-S sein signiertes Trikot, welches wir heute auf unserer Facebook-Seite verlosen.
Nach dem frühen Rückstand rutschte uns das Herz in die Hose. Und man muss leider auch sagen, dass der Truppe irgendwo auch die Qualität fehlt.
Petrik Sander
Fakten:
VfB Stuttgart II - Carl Zeiss Jena 3:0 (2:0) 01.04.2012
Aufstellungen:
VfB Stuttgart II
Weis, Vecchione, Rüdiger, Geyer, Hertner, Khedira (72. Röcker), Rathgeb
Alexander Riemann, Holzhauser, Janzer (69. Stöger), Benyamina (83. Aschauer)
Carl Zeiss Jena
Berbig, Demirtas, Kai-Fabian Schulz, Becken, Landeka, Boskovic (17. Krause), Ralf Schmidt, Ramaj (72. Huke), Eckardt, Miatke (72. Fries), Pichinot
Statistik:
Zuschauer: 1500
Tore
1:0 Benyamina (7.)
2:0 Janzer (21.)
3:0 Stöger (81.)
Schiedsrichter: Patrick Alt (Heusweiler) Verwarnungen
Gelb: Alexander Riemann, Rüdiger
Demirtas
Gelb-Rot: Becken (Unsportlichkeit/nach Spielende)
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